STEFAN FRAUENDORF

Es sah eigentlich gar nicht so übel aus, und Stefan wäre Fußball-Profi in der spanischen Liga geworden. Die Anlagen dazu hatte er durchaus: Durchsetzungskraft im Zweikampf inklusive geschickt angewandter rhetorischer Zermürbung im Vorfeld der Begegnungen, eine akkurate Kondition sowie ein gerüttelt Maß an Selbstbewusstsein.

Doch die Realität holte ihn bald ein. Die Rückkehr von Málaga nach Deutschland im Jahre 1996 führte ihn zunächst zum Pizza-Lieferservice mit dem Smiley-Logo. In Norderstedt wuchs dann unter seiner Leitung die Filiale schnell zur erfolgreichsten aller norddeutschen Standorte der Kette heran. Ein Teil des Erfolges fußt aber auch auf Stefan´s Fahrerbesetzung, die sich etwa 100 Bußgeldbescheide pro Woche "erfuhren". Dafür war die Pizza stets warm beim Kunden ...

Es folgten einige Sportkneipen und etablierte Szene-Bars, in denen sich Stefan das Rüstzeug für seine eigene Sports-Bar aneignete. Das "Seis" in der Kleinen Rainstraße in Altona wird deshalb heute noch schmerzlich vermisst, wenn die großen Fußball-Spiele nur verschlüsselt im Pay-TV gezeigt werden.

Die erste gemeinsame Schnittmenge formten Stefan und Santos während ihrer Zeit in der Welt der Gastronomie, respektive in der Zeit davor und danach.
Kennengelernt hatten sie sich beim beinahe allmorgendlichen "Zocken" an der Pinnau. Denn die Nachteulen zog es in den frühen Stunden auf die schönen Bahnen, um sich mit Wetten um einen Mittagstisch oder Ähnlichem die Motivation für die 18 Löcher aufrecht zu erhalten. Schon bald begannen die Beiden gemeinsame Pläne zu schmieden: das Betreiben der Club-Gastronomie in einem Golf-Club. Dies gelang fast aus dem Stand, allerdings verbrachten sie zunächst noch eine Zwischenstation im Cabaret Pulverfass auf der Reeperbahn: Stefan sorgte sich um die Getränke der Gäste sowie um den Einkauf, während Santos allabendlich im Hintergrund für rund 200 Gäste à la carte kochte.  

Die erfolgreiche Bewerbung für die Gastronomie des Klubhaus haben beide dann als weitere große Herausforderung gern angenommen und freuen sich auf ein Wiedersehen mit alten Turnierspielern und Freunden.